Grasshopper Club Zürich steckt in der Krise. Der Traditionsverein droht den Abstieg in die zweite Liga und muss um den Klassenerhalt kämpfen. Die bisher unterirdische Saison fand am vergangenen Wochenende einen negativen Höhepunkt. Die Grasshopper unterlagen im Halbfinale des Schweizer Pokals mit 0:2 beim Zweitligisten Lausanne-Ouchy. Damit verpasste es der Rekordmeister und Rekord-Pokalsieger, die Stimmung im Verein zumindest ein bisschen aufzubessern. Denn aktuell könnte diese wohl kaum schlechter sein. In der Liga droht erneut der Abstieg in die zweite Liga. Fünf Spieltage vor dem Saisonende steht Grasshopper auf dem Relegationsplatz. Bei sieben Punkten Rückstand ist der vorzeitige Klassenerhalt nur noch theoretisch möglich. Sportchef Alain Sutter versuchte, die Wogen zu glätten, nachdem die Fans nach dem Pokal-Aus randalierten. Sutter kann den Frust und die Wut der Fans verstehen, meinte der heute 58-Jährige. Die Randale seien sicher etwas, das nicht auf den Fußballplatz gehört, sagte Sutter im SRF weiter. Dass er die Aktion nicht komplett verurteilt, zeigt auch, wie schwer die Gratwanderung in Zürich gerade ist. Sutter weiß, dass er die emotionalen Fans nicht verlieren darf, wenn die Katastrophe des erneuten Abstiegs verhindert werden soll. Schon in der Saison 2017/18 hatte der Rekordmeister diese Katastrophe erlebt. Zum ersten Mal nach 70 Jahren stieg man damals wieder in die zweithöchste Schweizer Liga ab. 2021 gelang der Wiederaufstieg, jetzt könnte es wegen einer verkorksten Kaderplanung von Sutter erneut nach unten gehen. Der zeigte sich nach dem Pokal-Aus sehr selbstkritisch: Wir sind nicht gut genug gewesen. Wenn man die ganzen 90 Minuten anschaut, dann ist Lausanne besser gewesen und hat verdient gewonnen. Lausanne spielt eine gute Saison, wir spielen eine ganz schlechte Saison, sind nicht wirklich in einer positiven Spirale drin. Am Schluss bin ich auch dafür verantwortlich. Viele Entscheidungen wurden getroffen, ob das die Transfers im Sommer, die Transfers im Winter waren und auch der Trainerwechsel – das war auch meine Entscheidung. Und da stehe ich definitiv in der Verantwortung, erklärte Sutter weiter. Jetzt ginge es nur noch darum, dass wir zusammenstehen, jetzt diesen nächsten Nackenschlag verarbeiten und in dieser Saison irgendwie mit zwei blauen Augen davonzukommen.
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Grasshopper Club Zürich kämpft um den Klassenerhalt
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